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Verträge und Fristen

Vertragsmanagement in der Kanzlei: Mandat, Laufzeit, Frist

Kanzleien führen Fristen so sorgfältig wie kaum eine andere Branche – für ihre Mandanten. Für die eigenen Verträge gilt das oft nicht. Ein Blick auf Mandat, Rahmenvertrag und Kündigungsfrist.

DeskGenie Vertragsverwaltung: Vertragsliste mit Status, Laufzeit und Kunde

Kaum eine Branche geht mit Fristen so ernst um wie Kanzleien. Fristenkontrolle, Vier-Augen-Prinzip, Vorfrist und Hauptfrist – für die Mandate ist das gelebter Alltag. Für die eigenen Verträge der Kanzlei gilt das seltener: Der Rahmenvertrag mit dem Dauermandanten liegt als PDF in der Akte, die Kündigungsfrist der Kanzleisoftware steht im Kalender des Kanzleimanagers, und die Frage „Wann verlängert sich die Vereinbarung mit dem Mandanten X?" beantwortet die Sekretärin aus dem Gedächtnis.

Vertragsmanagement in der Kanzlei bedeutet, diese beiden Welten zusammenzuführen: die Verträge mit Mandanten und die Verträge der Kanzlei selbst, beide mit Laufzeit, Frist und Zuständigkeit, beide in einem System.

Drei Arten von Verträgen in der Kanzlei

Bevor man ein System aufsetzt, lohnt sich die Unterscheidung, welche Verträge überhaupt gemeint sind.

  • Mandatsvereinbarungen – Einzelmandate mit Honorarvereinbarung, aber auch Dauermandate mit monatlicher Pauschale oder Stundenkontingent. Sie haben eine Laufzeit, oft eine Verlängerungsklausel und eine Kündigungsfrist.
  • Rahmenverträge – mit Unternehmensmandanten, die regelmäßig Beratung abrufen. Hier gibt es Konditionen, die für alle Einzelaufträge gelten, und einen Abrechnungsrhythmus.
  • Eigene Verträge der Kanzlei – Software-Lizenzen, Mietvertrag, Wartung, Datenbanken, Versicherungen. Sie sind für die Mandanten unsichtbar, kosten aber jedes Jahr Geld, wenn sich eine Lizenz unbemerkt verlängert.

Alle drei haben dieselbe Struktur: Vertragspartner, Laufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerung, wiederkehrende Positionen, Verantwortlicher. Sie unterscheiden sich nur in der Richtung des Geldflusses.

Warum die Excel-Liste nicht reicht

Die typische Zwischenlösung ist eine Vertragsliste in Excel: Spalte Vertragspartner, Spalte Laufzeitende, Spalte Kündigungsfrist, Spalte Verantwortlich. Das funktioniert, bis drei Dinge passieren.

Erstens: Die Liste wird nicht gepflegt, weil sie neben der Arbeit liegt. Ein neuer Rahmenvertrag wird abgeschlossen, das PDF landet in der Akte, die Zeile in Excel entsteht zwei Wochen später oder gar nicht.

Zweitens: Die Liste kennt keine Vertretung. Steht in der Spalte „Verantwortlich" der Name der Kollegin, die im Urlaub ist, erinnert niemand daran, dass in dieser Woche die Kündigungsfrist eines Dauermandats abläuft.

Drittens: Die Liste hat keine Verbindung zur Abrechnung. Ob der Mandant mit Rahmenvertrag in diesem Quartal bereits abgerechnet wurde, steht woanders. Ob das Stundenkontingent ausgeschöpft ist, weiß die Zeiterfassung, nicht die Liste.

Wie eine Frist mit Vertretung aussehen sollte, beschreibt der Beitrag Fristen mit Vertretung: Warum Zuständigkeit allein nicht genügt.

Was ein Vertragsmanagement für Kanzleien leisten muss

Die Anforderungen sind für Kanzleien dieselben wie für andere Dienstleister – mit einer höheren Erwartung an Nachvollziehbarkeit.

  • Vertragslebenszyklus mit Status. Entwurf, geplant, aktiv, gekündigt, beendet, archiviert. Jeder Statuswechsel mit Datum und Person.
  • Kündigungsfrist als eigene Frist. Nicht als Notiz im Vertrag, sondern als Termin mit Vorfrist, Verantwortlichem und Vertretung – so, wie die Kanzlei es von Mandatsfristen kennt.
  • Verlängerungslogik. Verlängert sich der Vertrag automatisch um zwölf Monate, wenn nicht drei Monate vorher gekündigt wird? Dann muss das System die nächste Kündigungsfrist selbst berechnen.
  • Versionierung. Wird eine Honorarvereinbarung angepasst, bleibt die alte Fassung nachvollziehbar. Wer wann was geändert hat, ist Teil der Akte.
  • Verbindung zur Abrechnung. Aus dem Dauermandat mit Pauschale entsteht die Monatsrechnung ohne Neuerfassung; erfasste Stunden laufen gegen das Kontingent.
  • Zugriffsrechte. Nicht jeder in der Kanzlei muss die Honorarvereinbarungen aller Mandanten sehen. Rollen regeln, wer welchen Vertrag öffnet.

In DeskGenie ist die Vertragsverwaltung genau um diese Punkte gebaut: Laufzeiten, Kündigungsfristen und Verlängerungen sind Felder am Vertrag, nicht Notizen; das Fristenmanagement zieht die Kündigungsfrist automatisch als Termin mit Verantwortlichem und Vertretung.

Ein Beispiel: Dauermandat mit Pauschale

Eine Kanzlei betreut ein mittelständisches Unternehmen mit einem Dauermandat: 2.500 € monatlich für bis zu 15 Stunden, Laufzeit zwölf Monate, automatische Verlängerung, Kündigungsfrist drei Monate zum Laufzeitende.

Im System sieht das so aus: Der Vertrag hat den Status „aktiv", Laufzeitende 31. Dezember, Kündigungsfrist 30. September. Am 1. September erinnert das System den zuständigen Partner und seine Vertretung, dass in vier Wochen entschieden werden muss. Jeden Monat entsteht die Rechnung über 2.500 € aus dem Vertrag; die erfassten Stunden laufen gegen das Kontingent von 15, und bei 13 Stunden im Monat sieht der Partner, dass die Pauschale knapp wird – ein Anlass, das Mandat anzupassen, bevor es sich verlängert.

Ohne System steckt dieselbe Information in vier Orten: PDF in der Akte, Kalendereintrag, Rechnungsprogramm, Zeiterfassung. Mit System ist es eine Akte.

Was für Kanzleien zusätzlich gilt

Kanzleien haben zwei Anforderungen, die andere Dienstleister nicht in derselben Schärfe kennen: das Mandantengeheimnis und die Dokumentationspflicht. Beides spricht dafür, dass Vertragsdaten in einem System liegen, das Rollen und Rechte, Änderungsprotokolle und eine klare Antwort auf die Frage „Wo liegen die Daten?" hat. Wie DeskGenie damit umgeht – EU-Hosting, mandantengetrennte Datenbanken, auf Wunsch isolierter Betrieb hinter dem Kanzlei-VPN – steht auf der Seite Datensouveränität und Sicherheit.

Wer prüfen möchte, ob das Modell zur eigenen Kanzlei passt: Die Branchenseite für Kanzleien beschreibt den typischen Aufbau, und die Demo läuft sieben Tage mit eigenem Mandanten.

Häufige Fragen

Ersetzt DeskGenie die Fristenkontrolle für Mandate?

Nein. DeskGenie ist keine Kanzleisoftware für die anwaltliche Fristenkontrolle nach Berufsrecht. Es führt die Verträge der Kanzlei – mit Mandanten und mit Lieferanten – und deren Fristen. Die Fristen der Mandate selbst bleiben in der dafür vorgesehenen Kanzleisoftware.

Können mehrere Partner denselben Vertrag sehen?

Ja, über Rollen. Ein Vertrag hat einen Eigentümer und beliebig viele Berechtigte mit Lese- oder Schreibrecht. Wer nicht berechtigt ist, sieht den Vertrag nicht.

Was passiert bei Kündigung?

Der Vertrag wechselt in den Status „gekündigt" mit Kündigungsdatum und Laufzeitende. Rechnungsläufe bis zum Laufzeitende laufen weiter, danach stoppt die Abrechnung automatisch. Der Vertrag bleibt als Historie erhalten.